AMICAL alpin - Expedition 2004

NANGA PARBAT

8.125 m

Pakistan
20.Mai bis 30.Juni 2004
 

Der "Schicksalsberg der Deutschen" oder "Der nackte Berg", wie er richtig übersetzt heißt, hat eine lange dramatische Geschichte. Vor allem die Ereignisse auf der Nordseite des Berges in den dreißiger Jahren brachten dem Berg traurige Berühmtheit. 1953 erreichte der Österreicher Hermann Buhl in seinem denkwürdigen Alleingang erstmals den Gipfel. Nachdem bis dahin fast alle Besteigungsversuche von Norden aus gegangen waren, konzentrierte sich 1961 wieder eine Expedition auf die Diamir (West-) Flanke, während der Toni Kinshofer eine zwar schwierige, aber auch relativ sichere Aufstiegsroute im linken Wandteil fand, die er dann, etwas abgeändert, ein Jahr später bis zum Gipfel verfolgen konnte.

Das Team:

V. l.: Gerhard BAUR, Michael DEMJEN-LERJEN, Bgf Herbert WOLF, Flurin SPÖRRI, Michael LUNDELL, Bgf Michi WÄRTHL, Franz STÖCKL, Michael SCHAFROTH

Blick vom Basislager - 4.250 m

Mehr als 3.000 Meter ragt die SüdWestwand des Nanga Parbat empor.

Rot - Aufstiegsroute Kinshoferroute:
Hochlager 1 4.900 m
Hochlager 2 6.000 m
Hochlager 3 6.500 m
Hochlager 4 7.200 m

Ausgangspunkt der Expedition - Islamabad - Pakistan

Nach 14-stündiger Fahrt am Karakorum Highway erreicht man Chilas - ein kleines Dorf.

Nach weiteren 20 Minuten erreicht man Bunar, ca 1.000m, dort warten bereits hunderte Träger auf einen Job.

Mehr als einen halben Tag dauerte es bis 122 Träger unsere Lasten anvertraut wurden.

Erste Etappe - Auffahrt mit einem Jeep zur Halal-Brücke - eine der wohl abenteuerlichsten Stunden der gesamten Expedition - dort Lager direkt am Diamirfluß.

Es folgt ein dreitägiger Anmarsch ins Basislager.

Am ersten Tag bei mehr als 40 Grad durch das enge Diamirtal - an den Folgetagen bei Regen und Schneefall über die Hochalmen hoch zum Basislager.

Auch das bekannte Trägerproblem während des Anmarsches ließ sich mit etwas Trinkgeld schnell lösen.

Basislager - 4.250 m

dahinter eindrucksvoll Diamirflanke mit Aufstiegsroute

4 Teams waren im heurigen Jahr im Basislager - alle deutschsprachig - 2 deutsche u. 2 österr. Expeditionen.

Nach nur einem Akklimatisationstag im Basislager steigen wir auf 4.950 m auf um Hochlager 1 einzurichten - 700 Hm.

Insgesamt 7 mal legten wir diesen Weg zurück - erst entlang einer Moräne und danach unterhalb eines Gletscherbruches vorbei - da im Laufe des Tages der Eis-und Steinschlag in diesem Bereich zunahm versuchten waren wir meist früh morgens unterwegs.

Unterhalb eines Felspfeilers errichteten wir Hochlager 1 - nach stundenlangem "pickeln und schaufeln".

4.950 m

1.100 Hm Aufstieg in der Löw-Rinne

Ca. 50 Grad, erst Lockerschnee, danach Blankeis, gemeinsam mit der Saxen-Expedition u einer österr. Expedition versicherten wir die Rinne.

4 mal durchsteigen wir diese Rinne

Den Abschluß der Löw-Rinne bildet die Kinshoferwand.

150 Hm Schnee, Eis und Fels im 5.Schwierigkeitsgrad.

Mit Hilfe von Fixseilen und alten Strickleitern erreichten wir so, sehr mühsam, Hochlager 2 auf 6.000 m.

Vielleicht an einem der "schönsten Plätze der Welt" - Hochlager 2.

Dahinter Aufstiegsroute im kombinierten Gelände.

Aufstiegsroute zum Hochlager 3 - 6.500 m.

Der Blick zurück bildet immer ein gewaltiges Panorama.

Hochlager 3 und weitere Aufstiegsroute im tiefen Schnee.

Hochlager 4 - 7.200 m -

dahinter der Gipfel des Nanga Parbat.

9 Stunden Aufstieg zum neunthöchsten Berg der Erde.

18.Juni 2004

11.20 Uhr

Nanga Parbat - 8.125 m

Nach dem Abstieg und einer Nacht im Hochlager 4 gings am nächsten Tag zurück ins Basislager.

Ein Gipfelerfolg auf Grund der großartigen Zusammenarbeit sämtlicher Expeditionen, der meterologischen Hilfe von Karl Gabl aus Innsbruck und der ausgezeichneten Kameradschaft im AMICAL ALPIN Team.

Wie schwierig ist diese Expedition ?

Den Nanga Parbat über die Kinshofer Route zu besteigen gehört sicher zu den ganz großen Herausforderungen im Himalaya.

Der Anstieg ist kontinuierlich sehr steil und wartet sowohl in Fels und Eis mit einigen schwierigen Passagen auf.

Der V. Grad im Fixseil gesicherten Fels in großen Höhen sowie auch Firn und Eis bis 60 Grad, ebenfalls Fixseil versichert, sollten ohne größere Schwierigkeiten bewältigt werden können. Fast die komplette Strecke zwischen Lager I und Lager IV wird mit Fixseilen versichert, vor allem um einen sicheren Abstieg zu gewährleisten.

Eine Top-Kondition und Höhenerfahrung sind ebenfalls Grundvoraussetzungen, um an dieses Unternehmen heran zu gehen. Aber auch die Psyche spielt eine große Rolle: Vertraut sein mit den besonderen Härten des Lagerlebens in über 7.000 m, sowie eine gute Portion Durchhaltevermögen werden sicher nicht schaden. Obwohl für den Materialtransport ein Hunza-Hochträger zur Verfügung steht, muß am Berg die persönliche Ausrüstung selbst transportiert werden und das heißt auch ordentlich schleppen.

Steile Eis- und Felspassagen, - Loew-Eisrinne (bis 60 Grad) und Kinshofer-Wand (bis V. Schwierigkeitsgrad) sind zwei davon - erfordern den perfekten Allroundalpinisten, der sich auch mit Steigeisen in schwierigem Felsgelände wohl fühlt.

Der Gipfelanstieg bewegt sich über ca. 35-40 Grad steiles, zum Teil kombiniertes Gelände und muß ohne Benützung von Fixseilen bewältigt werden können.

Und hier geht es zu den Tagesberichten wie ich sie von der Tour übermittelt habe

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